Was bringt mir eigentlich Twitter?
März 15, 2011 | Posted by Rainer Fischinger | Soziale Netzwerke Tags: Microblogging, Privatperson, Twitter, Unternehmen, Web 2.0Tja, diese Frage haben wir uns ebenfalls gestellt – sowohl als Privatpersonen sowie auch als Unternehmen (PRECOM). Daher gehen wir diesem Thema aus den zwei Sichten (Privatperson und Unternehmen) kurz nach und wollen hier unsere Gedanken und Erfahrungen loswerden.
Selbstverständlich hat dieser Artikel keine repräsentative Wirkung, sondern zeigt nur unsere Eindrücke und Erfahrungen mit Twitter.
Zu allererst – WAS ist Twitter?
Twitter nennt sich “Microblogging”-Dienst. Bedeutet, dass jeder angemeldete User Nachrichten schreiben kann (so genannte Tweets), und zwar mit maximal 140 Zeichen. Das rührt daher, dass in einigen Ländern Twitter bereits über den SMS-Dienst möglich ist, und deswegen die Zeichenbeschränkung notwendig ist. In Österreich gibt es bis jetzt kein Bestreben, per SMS zu twittern – während in Deutschland seit kurzem darüber verhandelt wird.
Twitter kann entweder über die Webseite (www.twitter.com) oder auch auf fast allen Mobiltelefonen mit Internet über diverse “Apps” benutzt werden. Da der Absatz von Smartphones bekanntlich rasant ansteigt, werden Dienste wir Twitter immer einfacher nutzbar und sich so noch weiter verbreiten.
Bei Twitter gibt es wie bei anderen sozialen Netzwerken “Freunde”. Diese nennen sich jedoch “Follower”. Wenn man also jemandem folgt, erhält man automatisch dessen gepostete Nachrichten. Umgekehrt klappt das Ganze jedoch nicht, wenn ich also jemandem folge, erhält dieser keine Nachrichten von mir. Das Prinzip ist also einfach: Ich erhalte NUR Nachrichten von jemandem dem ich folge, dieser erhält von mir jedoch nichts. Daher ist das Ziel eines Twitter-Users, möglichst viele Personen zu finden, die mir selbst folgen – damit die eigenen Nachrichten auch von jemandem gelesen werden.
Wenn man Nachrichten von Personen erhält, denen man folgt, kann man folgendes tun: einfach nur lesen, dem Verfasser antworten oder auch die Nachricht an die eigenen Follower weiterverbreiten (automatisch an alle).
Twitter als Privatperson – was bringts?
Das Internet in seinem jetzigen Bestehen (alle nennen es so schön Web 2.0) lebt davon, dass viele Menschen ihre Informationen (und das kann viel sein) teilen und damit anderen zugänglich machen. Das tolle ist, dass durch die Netzwerke damit eine Kommunikation ermöglich wird und so der Gedankenaustausch stattfindet. Ich gebe zu, dass nicht jeder Post auf Facebook und Twitter wirklich sinnvoll ist (wer will schon wissen, ob das linke Schuhband am Lieblingsschuh gerissen ist), aber trotz der Flut von Postings gibt es durchaus recht interessante Dinge die geschrieben werden. Die Kunst ist nur, auch die richtigen zu finden.
Und genau hier liegt meiner Meinung nach auch die erste Stärke von Twitter. Bei jeder Nachricht können einzelne Wörter mit einem “#” versehen werden. Dadurch werden diese Wörter über die Twitter-Suche auffindbar. Wenn ich also etwas zum Thema SEO suche, werde ich bestimmt eine Menge an Tweets von mir noch fremden Personen finden, die in ihren Nachrichten “#seo” enthalten.
Der zweite große Vorteil von Twitter ist die Möglichkeit der “Retweets“. Das bedeutet, dass ich eine Nachricht von einer Person der ich folge, ganz einfach an MEINE Follower weiterschicken kann. Hab ich also eine Frage zu einem Thema, kann ich auch einfach diese in eine Nachricht packen und tweeten. Möglicherweise wird die Frage dann von meinen Followern – sofern sie nicht selber eine Antwort haben – an deren Follower weiterverbreitet. Die Möglichkeit, dass ich so eine passende Antwort erhalte, steigt also enorm.
Dritter Vorteil ist – so sarkastisch wie das klingt – die Kürze der Nachrichten. Auf 140 Zeichen schüttet niemand sein Herz aus, regt philosophische Diskussionen an oder will sich einfach die Seele vom Leib reden. Die Komprimierung der Nachrichten bringt es mit sich, dass alles kurz und knackig auf den Punkt gebracht wird und man nicht elendslange Texte lesen muss um später zu bemerken, dass es einen gar nicht betrifft.
Alles in allem, kann man am “microbloggen” Spaß finden, Gedanken los werden, Antworten auf dringende Fragen bekommen (schneller als in Foren) oder sich auch einfach nur zu verschiedenen Themen informieren (schließlich sucht man sich ja selbst aus, wem man folgt).
Twitter als Unternehmen – was bringts?
Das spannendere, aber zugleich auch schwierigere Thema. Natürlich wäre die Traumvorstellung, dass das Gasthaus, in dem man doch täglich sein Mittagsmahl einnimmt, einfach jeden Tag das aktuelle Menü twittert. Kein lästiges Surfen über die Webseite (wenns denn schon eine gibt vom Wirt). Aber davon sind wir vermutlich noch weit entfernt. Die Userzahlen von Twitter steigen zwar, aber dennoch würde ich das Zielpublikum von Twitter noch etwas einschränken. Es beschränkt sich noch auf Menschen mit sehr starkem Drang nach sozialen Netzwerken, die entweder viel vor dem Rechner sitzen oder auch das Smartphone wie den Ehering in der Hand haben (und da zähle ich mich selbst dazu). Trifft jetzt nicht wirklich auf Jedermann/frau zu. Für ein Unternehmen bedeutet das also, dass ich möglicherweise nicht wirklich eine große Bandbreite meiner Zielgruppe erreichen werden – selbstverständlich gehe ich von der Standard-Zielgruppe 20-55 m/w aller Schichten aus.
Ich kann als Unternehmen dennoch von Twitter profitieren. Mit diesem Dienst kann ich relativ unkompliziert und einfach Nachrichten verbreiten oder auch Links zum Webauftritt meines Unternehmens. Vielleicht treffe ich nicht zu 100% meine Zielgruppe, aber ich treffe jemanden! Und im Web 2.0 ist bekanntlich die Interaktion einer Marke oder eines Unternehmens das Um und Auf. Je mehr ich im Munde (in dem Fall in den Augen) von Menschen in sozialen Netzwerken bin, desto leichter kann ich meinen Wiedererkennungswert steigern und Bezug zum Unternehmen schaffen. All dies klappt jedoch nur, wenn ich regelmäßig in dem Netzwerk arbeite und mich mitteile. Nur sehr wenige werden Personen oder Unternehmen folgen, die in Abständen von mehreren Monaten twittern.
So, genug gebloggt – ab zu Twitter und den Blogpost veröffentlichen
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Tags: Microblogging, Privatperson, Twitter, Unternehmen, Web 2.0




