Wann macht TYPO3 Sinn? Nur bei großen Webprojekten?
Juni 20, 2011 | Posted by Rainer Fischinger | TYPO3 Wissen Tags: CMS, online-shop, shop, typo3, wordpressDas Content Management System TYPO3 wird oftmals nur mit großen Webseiten in Verbindung gebracht. Doch das heißt nicht, dass TYPO3 nur für große Webprojekte verwendet werden kann.
“TYPO3 is a very huge and capable system and it cannot be fully learned in a week! TYPO3 will always have a long learning curve for developers. Once mastered, the system will let you do the most complex website and the authors using it will love you for the choice of TYPO3.”
Klingt nach viel Arbeit. Wer jedoch schon einige Erfahrung mit dem Content Management Framework hat, kann durchaus auch kleinere Seiten mit TYPO3 umsetzen. Viele Agenturen und Webdesigner arbeiten zwar mit mehr als einem System für die Umsetzung von dynamischen Systemen, halten sich in der täglichen Arbeit dann aber doch an ein oder zwei Systeme. Für eine Webseite mit etwa 3-5 Unterseiten und gleichbleibendem Content (wenige Änderungen) wird die Installation von TYPO3 inklusive Template-Erstellung möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen vorkommen. Doch selbst unter diesen Voraussetzungen kann das CMS Sinn machen. Die Installationsroutine für eine lauffähige TYPO3-Instanz (FTP-Upload, Datenbankinstallation und Einrichtung des CMS) kann bereits in weniger als einer Stunde zu den ersten Ergebnissen führen. Nutzt man TYPO3 für mehrere Webprojekte, sind auch die Grundeinstellungen für das Setup des Root-Template oftmals ganz leicht von anderen Projekten zu kopieren und nur geringfügig anzupassen. Unter diese Voraussetzungen bzw. diesen Vorkenntnissen kann auch ein sehr kleines TYPO3-Projekt in einem Tag umgesetzt werden.
Will man allerdings nicht nur eine kleine Webseite veröffentlichen, sondern auch ein gewisses Maß an Funktionalität, sollte man im Vorfeld gut abwägen und sichten. Das Framework bietet zwar umfassende Erweiterungsmöglichkeiten, aber ein all-in-one System ist es ohne großen Aufwand nicht. Wer einen Shop betreiben will, einen Blog UND eine klassische Webseite, muss genau entscheiden, auf welches System er setzt. Einen Blog mit TYPO3 umsetzen ist zwar möglich, dafür weitaus besser geeignet ist jedoch sicherlich WordPress (so wie auch dieser Blog), das durch seine Einfachheit besticht und für das auch zahlreiche Templates erhältlich sind. Einen Online-Shop mit TYPO3 zu gestalten ist durch diverse Extensions (commerce oder tt_products) mit ein wenig Einarbeitung ebenso möglich, aber aus meiner Sicht nicht zu empfehlen. Die Umsetzung mit einer reinen Shop-Software läuft völlig problemlos und wirklich einfach und übersichtlich, was man von TYPO3 Shop-Erweiterungen leider noch nicht behaupten kann. Wer also ein komplettes Set mit einem einzigen System realisieren möchte (Blog, Webseite und Shop) ist bei TYPO3 NICHT gut aufgehoben. Hier bietet es sich an, für die einzelnen Komponenten jeweils eine eigene Software zu verwenden. Ob mit anderen Content Management Systemen ein derartiges Portfolio umzusetzen ist, kann ich derzeit nicht abschätzen. Bis jetzt konnte es auf jeden Fall noch KEIN Framework.
Wer also einen kleinen Webauftritt plant, sollte durchaus auch an TYPO3 denken. Viele schwören in dieser Kategorie zwar auf WordPress, aber schon mit ein wenig Erfahrung lässt sich mit TYPO3 ein wirklich ansprechendes Ergebnis in kurzer Zeit erreichen.
Wann macht also TYPO3 Sinn:
- Bei kleinen, mittleren und großen Webseiten
- Projekten mit komplexer Menüstruktur
- Wenn Suchmaschinenoptimierung kein MUSS ist (kann allerdings mit wenigen Extensions hervorragend umgesetzt werden)
- Mehrere Personen mit dem System arbeiten, und man auch nachvollziehen will, WER etwas gemacht hat
Wann macht TYPO3 KEINEN Sinn:
- Wenn ich einen reinen Blog umsetzen möchte
- Wenn ich einen Online-Shop realisieren möchte
- Wenn sich die Inhalte einer Webseite zu gut wie nie ändern (da machen statische Seiten mehr Sinn)
Tags: CMS, online-shop, shop, typo3, wordpress



